Bruno Hahn
Messer — aufgeladen mit symbolischer Spannung zwischen Alltag und Gefahr, Präzision und Gewalt — steht im Mittelpunkt dieses 1992 in Köln entstandenen Druckwerks von Bruno Hahn. Das Motiv gehört zu einer langen Tradition der Gegenstandsdarstellung in der zeitgenössischen Kunst, in der das scheinbar Banale zum Bedeutungsträger wird: Das Werkzeug wird zum Zeichen, sein materieller Kontext tritt zurück, sein psychisches Gewicht in den Vordergrund.
Bruno Hahn, der sein Studium an der Folkwangschule in Essen im Bereich Angewandte und Freie Malerei absolvierte und bis zur Meisterschülerausbildung führte, steht in einer Tradition, die gestalterisches Handwerk mit kritisch-analytischer Bildsprache verknüpft. Seine künstlerische Haltung kreist um die Befragung des Selbstverständlichen — des Konsums, der Materialität, des gesellschaftlichen Blicks auf Dinge. Der Offsetdruck als Technik ist dabei programmatisch: Ursprünglich ein industrielles Reproduktionsverfahren, eignet er sich besonders für die nüchterne, klare Wiedergabe von Gegenständen — und unterläuft zugleich die Grenzen zwischen freier und angewandter Kunst, zwischen Original und Serie. Das vorliegende Exemplar gehört zu einer Auflage von 100 Stück (Ausgabe Nr. 19).
| Technik | Offsetdruck |
| Format | 30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 36 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 19, 1992 |