Rolf Kirsch: Power Sources
Eins von Hundert · Ausgabe 23 · 1993

Rolf Kirsch

Power Sources · aus Köln

Power Sources, entstanden 1993 in Köln, ist eine Fotokopie — ein Medium, das in den frühen 1990er Jahren selbst als künstlerisches Instrument verstanden wurde und weit über seine alltägliche Reproduktionsfunktion hinausweist. Das serielle Verfahren des Kopierens ermöglicht gleichzeitig Verfremdung und Verdichtung: Kontraste kippen, Graustufen verflachen sich zu grafischen Strukturen, das Ursprungsbild wandert in einen neuen Aggregatzustand. Der Titel Power Sources — Energiequellen, Kraftzentren — legt eine inhaltliche Spannung an: Woraus speist sich das Bild, und was treibt die Übertragung an?

Rolf Kirsch (*1959 in Kirchen/Sieg) studierte Malerei an den Kölner Werkschulen, unter anderem bei Daniel Spoerri und Stefan Wewerka, und schloss bei Prof. Franz Dank ab. Als Maler und Konzeptkünstler bewegt er sich seit den 1980er Jahren im Spannungsfeld von traditioneller Malerei und medialen Bildtechnologien; das Verhältnis zwischen handwerklichem Bildakt und technischer Reproduktion ist ein Kernthema seines Werks. Power Sources fügt sich organisch in diesen Kontext: Die Fotokopie ist hier kein bloßes Vervielfältigungsverfahren, sondern ein eigenständiges bildnerisches Mittel, das die Frage nach Originalität und Übertragung materiell sichtbar macht.

TechnikFotokopie
Format40 × 30 cm (A4), gerahmt in Ahorn
Exemplar4 von 100, signiert
AusgabeNr. 23, 1993
110 €
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