Susanne Hüglin Wagner
»0259« entstand 1993 in Bad Kreuznach — der Titel verweist auf eine nüchterne Nummerierung, die das Werk bewusst im Unbestimmten hält und jede eindeutige Deutung verweigert. Die Arbeit gehört zur Ausgabe 23 der Kölner Edition, die in den frühen 1990er Jahren entstand und das breite Spektrum zeitgenössischer Druckpraxis zwischen Konzeptkunst, Fluxus-Nachfolge und medienkritischer Auseinandersetzung dokumentiert.
Über Susanne Hüglin Wagner lassen sich keine gesicherten biografischen Angaben nachweisen; der Doppelname ist in einschlägigen Künstlerdatenbanken nicht eindeutig belegt. Die formalen Daten sprechen dennoch eine klare Sprache: Die übermalte Fotokopie ist eine Mischtechnik, die in der deutschen Gegenwartskunst der späten 1980er und frühen 1990er Jahre produktiv erprobt wurde — vor allem dort, wo Künstlerinnen und Künstler mechanisch reproduzierten Bildflächen mit malerischen oder zeichnerischen Eingriffen begegneten. Der Kopierer liefert eine scheinbar objektive, medial distanzierte Bildvorlage; die Übermalung bricht diese Distanz auf, führt eine körperliche, handgemachte Spur ein und macht den Eingriff selbst zum eigentlichen Thema. Das Ergebnis ist keine Illustration, sondern ein Kommentar auf das Bild — und auf das Verhältnis zwischen Reproduktion und Original, zwischen Abdruck und Geste.
| Technik | Übermalte Fotokopie |
| Format | 30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 17 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 23, 1993 |