Susanne Opheys: Primavera Frühling
Eins von Hundert · Ausgabe 23 · 1993

Susanne Opheys

Primavera Frühling · aus Köln

»Primavera Frühling« trägt den Aufbruch der Jahreszeit bereits im Titel — und in der Technik steckt derselbe Impuls: Etwas Vorhandenes wird verwandelt, überlagert, neu zum Leben erweckt. Die kopierte Lithografie liefert das grafische Fundament, doch Susanne Opheys belässt es nicht dabei. Rotes Latexpigment zieht sich als körperliches, fast organisches Element über die Druckfläche; der Kartoffeldruck — ein bewusst archaisches, handwerklich-nahes Verfahren — fügt eine weitere Bildschicht hinzu, rau und unmittelbar. Die Naht schließlich markiert eine Grenze oder verbindet sie: Papier oder Träger werden buchstäblich zusammengefügt, das Blatt wird zum Objekt.

Susanne Opheys, in Köln lebend und arbeitend, studierte Ende der 1980er Jahre an der FH Krefeld und vertiefte ihre Ausbildung anschließend an der Kunstschule Massana und der renommierten Llotja in Barcelona — derselben Schule, die einst auch Picasso besuchte. Malerei, Druckgrafik und Assemblage bilden die Achse ihres Werks; materielle Vielschichtigkeit und der Dialog zwischen Körper, Oberfläche und Erinnerung sind wiederkehrende Motive. »Primavera Frühling«, entstanden 1993 in Köln, ist ein frühes Zeugnis dieser Haltung: ein Bild, das sich selbst zusammennäht.

TechnikKopierte Lithografie, rotes Latex Pigment, Kartoffeldruck, Naht
Format30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn
Exemplar10 von 100, signiert
AusgabeNr. 23, 1993
110 €
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