Ursula Knorr
Ein stilles Gewässer, flächig verdichtet zu Farbfeldern aus Blau und Gelb — so lässt sich das Blatt Am See von Ursula Knorr annähernd vorstellen, das 1995 in Köln entstand. Das Motiv gehört zu jenen Naturausschnitten, die in ihrer scheinbaren Unspektakularität gerade deshalb Bestand haben: Ein See, eine Uferzone, Licht auf Wasser — vertraute Topoi der Landschaftsdarstellung, hier in eine handwerklich aufwändige Mehrschichttechnik überführt.
Ursula Knorr, 1964 in Bergisch Gladbach geboren, studierte an der Nationalen Hochschule der Schönen Künste in Paris sowie an der Kölner Fachhochschule für Kunst und Design, wo sie ihr Handwerk und ihren Blick für Bildarchitektur ausbildete. Die Wahl ihrer Motive wirkt bewusst beiläufig, wird aber durch eine klare formale Struktur gebunden — eine Spannung, die ihr Werk charakterisiert.
Für Am See kombiniert Knorr drei Techniken, die unterschiedliche Materialqualitäten ins Bild bringen: Der Linoldruck liefert die gedruckte Grundstruktur mit seinen charakteristischen Linien und Flächen; Wachskreide trägt eine wachsige, leicht opake Farbschicht auf; Gouache schließlich ermöglicht deckende, leuchtende Akzente. Das Zusammenspiel dieser Mittel verleiht dem Blatt eine taktile Vielschichtigkeit, die im Digitalen allenfalls zu ahnen ist.
| Technik | Linoldruck, Wachskreide, Gouache |
| Format | 30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 4 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 30, 1995 |