Lutz Krüger
Winzige Figuren treiben durch ein Meer aus Licht und Dunkel — die Milchstraße als Bühne, auf der Maßstäbe kollabieren und das Kosmische das Alltägliche ins Unendliche überführt. Lutz Krügers »Dwarfs on milky-way« von 1995 setzt genau auf diesen Kippmoment zwischen Vertrautem und Überwältigendem, zwischen dem Winzigen und dem schier Grenzenlosen.
Krüger, der in Bremen im Umfeld des BBK aktiv war und dort auch in Ausstellungen vertreten ist, arbeitet an der Schnittstelle von gesellschaftskritischer Bildsprache und experimenteller Materialität. Sein Werk versteht das Bild als geschichtetes System, in dem Tiefe und Zeitlichkeit durch überlagerte Farbebenen und Materialien entstehen.
Technisch realisiert ist das Blatt als Fotokopie mit weißem, schwarzem und blauem Toner — ein Druckverfahren, das in den 1990er Jahren als künstlerisches Medium neu entdeckt wurde, weil es zwischen reproduktiver Mechanik und unmittelbarer Handschrift changiert. Die collagierten Elemente brechen die gleichmäßige Tonerfläche auf und verleihen dem Bild eine taktile, fragmentierte Qualität. Das kühle Blau des Toners lässt das Motiv in einem milchigen Nachtlicht schweben — Licht, das von weit her zu kommen scheint.
| Technik | Fotokopie mit weißem, schwarzem und blauem Toner, Collage |
| Format | 30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 49 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 32, 1995 |