Susanne Pareike: Moonlight
Eins von Hundert · Ausgabe 32 · 1995

Susanne Pareike

Moonlight · aus Köln

Zwei ineinandergelegte Blätter Transparentpapier, jedes für sich eine Schicht aus diffusem Licht und zurückhaltendem Farbauftrag — zusammen ergeben sie ein Bild, das weniger abbildet als andeutet. Moonlight von 1995 arbeitet mit der Unschärfe des Mediums: Die fotokopierte Vorlage verliert durch das Transparentpapier ihre Eindeutigkeit, Ölkreide legt sich in warmem, mattem Ton darüber und verwandelt die reproduzierte Fläche in etwas Handgemachtes, Sinnliches. Das fahle Licht der Nacht — schwebend, ohne eindeutige Quelle — scheint weniger dargestellt als materialisiert.

Susanne Pareike arbeitet seit Jahrzehnten in Köln, wo sie ihr Atelier im Bürgerhaus Stollwerck hat. Ihre Praxis bewegt sich im Schnittfeld von Fotografie, Zeichnung und Mixed Media; sie verbindet analoge Bildtradition mit den Möglichkeiten mechanischer Reproduktion und entwickelt daraus eine ruhige, kontemplative Bildsprache. Moonlight ist ein frühes Zeugnis dieses Ansatzes: Die Mehrschichtigkeit der zwei Blätter ist nicht nur formale Entscheidung, sondern Bedeutungsträger — das Übereinanderlegen von Transparenz erzeugt jene Tiefe, die das Mondlicht selbst auszeichnet: präsent, aber nie ganz greifbar.

TechnikFotokopie, Ölkreide auf Transparentpapier, 2 Blätter
Format30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn
Exemplar57 von 100, signiert
AusgabeNr. 32, 1995
110 €
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