Ju Jeong-Sook
Ein unbenanntes Blatt — der Titel »O.T.« verweist auf die bewusste Offenheit gegenüber eindeutiger Benennung — entstand 1995 im Kontext der Düsseldorfer Kunstszene, die in dieser Dekade von intensiven transkulturellen Impulsen geprägt war. Der Kupferstich auf schwerem 300-Gramm-Trägerpapier zeugt von einem handwerklich anspruchsvollen Zugang: Das Intaglio-Verfahren verlangt präzisen Liniendruck und setzt auf das Wechselspiel von gestochener Vertiefung und Papierweiß, um Formspannung zu erzeugen.
Ju Jeong-Sook ist eine in Korea ausgebildete und in Deutschland tätige Künstlerin, deren Wirken in den frühen 1990er-Jahren in die Auseinandersetzung mit westeuropäischer Druckgrafik-Tradition fiel. Der Kupferstich — eine der ältesten druckgrafischen Techniken überhaupt — wird hier nicht historisierend eingesetzt, sondern als konzentriertes Medium, das Unmittelbarkeit und Präzision verbindet. Das vorliegende Exemplar ist Teil der limitierten Edition »Eins von Hundert«, die seit 1988 zeitgenössische Positionen im Format A4 dokumentiert und jeweils auf hundert Abzüge beschränkt bleibt.
| Technik | Kupferstich auf 300g |
| Format | 30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 4 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 31, 1995 |