Thomas Saible: O.T
Eins von Hundert · Ausgabe 31 · 1995

Thomas Saible

O.T · aus München

Thomas Saible lebt und arbeitet in München, ist bei der Galerie von Braunbehrens (München/Stuttgart) vertreten und unterhält eine eigene Website, auf der Malerei, Zeichnungen und limitierte Drucke verzeichnet sind. Mehr biografische Details ließen sich nicht zuverlässig ermitteln; ich halte mich daher an das Belegbare.

Das unbetitelte Werk von 1995 entstand in einer Phase, in der Mixed-Media-Arbeiten in der deutschen Kunstszene besonders präsent waren — die Auflösung traditioneller Gattungsgrenzen war programmatisch. Auf dieser Grundlage schreibe ich nun den Text:

Ein Werk ohne Titel — und doch alles andere als stumm: Das 1995 in München entstandene »O.T.« von Thomas Saible ist eine jener Arbeiten, die ihre Offenheit bewusst einsetzen. Der fehlende Titel verweigert die Vorinterpretation und gibt den Blick frei auf das, was das Werk selbst formuliert. Die Technik — verschiedene Materialien — verweist auf einen künstlerischen Ansatz, der Gattungsgrenzen nicht respektiert, sondern befragt: Malerei, Zeichnung, Objekt oder alle drei zugleich sind hier keine Alternativen, sondern Ausgangspunkte. Thomas Saible, in München lebend und arbeitend, ist vor allem als Maler und Zeichner bekannt; seine Arbeiten bewegen sich im Feld zeitgenössischer figurativer und abstrakter Bildsprache und wurden unter anderem von der Galerie von Braunbehrens vertreten, die sich auf internationale zeitgenössische Positionen spezialisiert hat. Das vorliegende Werk, entstanden Mitte der 1990er-Jahre, gehört in einen Kontext, in dem das Experiment mit heterogenen Materialien programmatischen Charakter hatte — als Geste gegen das Eindeutige, für das Prozesshafte. Jedes der 100 Exemplare trägt diesen Impuls weiter.

TechnikVerschiedene Materialien
Format30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn
Exemplar18 von 100, signiert
AusgabeNr. 31, 1995
110 €
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