Ulrike Geitel
»Spielpassungen« bezeichnet im mechanischen Sinne die kalkulierte Toleranz zwischen zusammengreifenden Teilen — ein Begriff, der aus dem Präzisionswerkzeugbau stammt und das spannungsvolle Verhältnis von Fügung und Freiraum beschreibt. In ihrer Collage von 1995 überträgt Ulrike Geitel dieses Prinzip in eine bildnerische Logik: Fragmente unterschiedlicher Herkunft werden so zueinander in Beziehung gesetzt, dass ihr Zusammenhalt ebenso präzise wirkt wie ihr scheinbarer Widerspruch — ein Spiel mit Passung und Lücke, Ordnung und offenem Rest.
Geitel ist eine in Köln beheimatete Künstlerin, die im Kontext der rheinischen Szene der 1990er-Jahre verortet ist und deren Werk die Collage als eigenständiges Medium ernst nimmt — nicht als illustrative Technik, sondern als strukturiertes Denken mit Bild- und Materialschichten. Die Collage als Form hat in dieser Zeit, beeinflusst von Konzeptkunst und dem wieder aufgelebten Interesse an prozessorientierten Verfahren, eine besondere Aufwertung erfahren. »Spielpassungen« ist 1995 entstanden, gehört zur Edition »Eins von Hundert« und liegt als eines von hundert nummerierten Exemplaren vor.
| Technik | Collage |
| Format | 30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 31 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 31, 1995 |