Boehm Peer
Der Titel »What is« stellt eine offene, philosophische Frage — was ist (da)? Was ist wirklich? Auf einem mit Kaffee, Milch, Asche, Tusche und Feuer behandelten Blatt Papier entsteht 1995 in Köln eine Oberfläche, die weniger gemalt als erlebt wirkt: organisch gebrochen, dunkel getönt, mit Spuren von Verbrennung und Vergänglichkeit. Die Materialien sind keine neutralen Träger, sondern Bedeutungsträger — Alltagsstoffe des Lebens und des Verfalls, die gemeinsam eine bildnerische Schicht erzeugen, die sich dem glatten Kunstprodukt verweigert.
Peer Boehm, 1968 in Köln geboren, bewegt sich in seinem Werk an der Schnittstelle von Wahrnehmung, Erinnerung und Wirklichkeitskonstruktion. Sein Studium der Kunstgeschichte, Archäologie und Germanistik an der Universität zu Köln prägte ein analytisches Bewusstsein für Bild und Kontext, das er in unterschiedlichen Werkzyklen entfaltet. Die frühe Arbeit »What is« zeigt bereits das Interesse an Materialien, die Zeit sichtbar machen: Kaffee und Asche hinterlassen irreversible Spuren, Feuer greift in die Substanz ein. Die Technik selbst wird zur inhaltlichen Aussage — ein Blatt, das Fragen stellt, ohne Antworten zu geben.
| Technik | Papier behandelt mit Kaffee, Milch, Asche, Tusche, Feuer |
| Format | 30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 40 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 31, 1995 |