Kirsten Plot
Ein unbetiteltes Blatt, das aus dem Alltagswerkzeug Kopierer eine künstlerische Aussage gewinnt: Die bearbeitete Fotokopie nutzt den maschinellen Reproduktionsvorgang nicht als neutrales Verfahren, sondern befragt ihn — durch Eingriffe, Überarbeitungen oder serielle Wiederholung wird das vermeintlich Identische zum Unikat.
Kirsten Plot ist eine in Münster tätige Künstlerin, die zum Kreis der zumeist westdeutschen Positionen gehört, die der Edition »Eins von Hundert« seit den späten 1980er Jahren ihr breites Spektrum verleihen. Über ihren Werdegang lassen sich anhand öffentlich zugänglicher Quellen keine gesicherten Aussagen treffen; das vorliegende Blatt von 1993 steht jedoch im Kontext einer künstlerischen Praxis, die in dieser Zeit vielerorts die Grenzen zwischen grafischer Arbeit und konzeptuellen Verfahren neu auslotet.
Die bearbeitete Fotokopie als Technik verortet sich in einem Feld zwischen Appropriation Art und experimenteller Druckgrafik: Der Fotokopierapparat, in den frühen 1990ern noch ein Gerät zwischen Büroalltag und Kunstlabor, wird zum Medium, das Materialität, Kontrast und Informationsverlust sichtbar macht. Jedes der 100 nummerierten Exemplare der Ausgabe 21 trägt die Spuren dieses Prozesses individuell — die Auflage verbindet Serielles mit dem handwerklich Singulären.
| Technik | Bearbeitete Fotokopie |
| Format | 30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 63 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 21, 1993 |