Gerhard Kunsemüller: Bauernmaler
Eins von Hundert · Ausgabe 21 · 1993

Gerhard Kunsemüller

Bauernmaler · aus Kamen

Der Titel »Bauernmaler« trägt eine doppelte Fährte: Er benennt eine Figur — den Maler auf dem Land, den Laien, den Autodidakten — und befragt zugleich die Selbstverortung des Künstlers innerhalb einer kunsthistorischen Hierarchie. Dieses Spannungsfeld zwischen Naiver Kunst und akademischer Tradition, zwischen dörflicher Idylle und kunstkritischer Ironie, macht das Blatt zu einem ebenso sachlichen wie hintergründigen Motiv.

Gerhard Kunsemüller arbeitete in Kamen, im westfälischen Ruhrgebiet — einer Region, die in den frühen 1990er Jahren den Strukturwandel vom Industrierevier zur kulturellen Landschaft vollzog. Über seinen Werdegang lassen sich anhand der verfügbaren Quellen keine gesicherten Angaben machen; die formalen Qualitäten des Werks sprechen für eine handwerklich fundierte Auseinandersetzung mit dem druckgrafischen Medium. Die Radierung — eine der ältesten Techniken der Originaldruckgrafik — entsteht durch das Ätzverfahren: Eine Metallplatte wird mit einer säureresistenten Schicht bedeckt, die Zeichnung in sie eingeritzt, dann mit Säure geätzt; der so gewonnene Tiefdruck ermöglicht feine, charakteristische Lineaturen, die dem Bild eine handschriftliche Präzision verleihen. Im Rahmen von »Eins von Hundert«, einer auf je 100 Exemplare limitierten Originalgrafikausgabe Kölner und benachbarter Künstler seit 1988, erschien dieses Blatt 1993 als Teil der Ausgabe 21 — ein Zeitzeugnis aus einer der produktivsten Phasen der Edition.

TechnikRadierung
Format30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn
Exemplar23 von 100, signiert
AusgabeNr. 21, 1993
110 €
mit Rahmen · zzgl. Versand
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