Rainer Resch
»Nein! Nein!« — der Titel wirft eine Frage auf, bevor das Bild sie beantwortet. Die doppelte Verneinung suggeriert Widerstand oder Abwehr, vielleicht auch das performative Scheitern des Protests selbst: Sprache als Geste, die sich wiederholt, weil sie offenbar nicht gehört wird. Entstanden 1990 in Köln, fällt das Werk in eine politisch aufgeladene Phase — das Jahr der deutschen Wiedervereinigung, in dem Zustimmung wie Ablehnung gleichermaßen lautstark kursierten.
Rainer Resch, 1954 geboren und seit Jahrzehnten im Rheinland tätig, arbeitet als Mediengestalter, Zeichner und Verleger im Spannungsfeld von Hochdruck, Schrift und alternativer Publikationskultur. Er bewegt sich in der rheinischen Kunstszene, die sich seit den 1980er-Jahren durch Künstlerpublikationen, Mail Art und kollaborative Editionen ausgezeichnet hat — ein Milieu, dem auch die Edition »Eins von Hundert« entstammt.
Der Siebdruck, ein Verfahren, das Schablone und Farbschicht direkt verbindet, eignet sich besonders für prägnante grafische Aussagen: klare Kontur, flächige Farbigkeit, serielle Reproduzierbarkeit mit handwerklichem Charakter. Resch nutzt diese Eigenschaften, um Sprache und Bild auf engstem Raum zu verdichten — das Blatt im Format A4 ist Druckobjekt und Statement zugleich.
| Technik | Siebdruck |
| Format | 30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 22 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 10, 1990 |