Gabriele Klimek
Der Titel »Mons Stein Sein« fügt drei Wörter zu einer lautlichen und semantischen Kette zusammen: das lateinische »mons« (Berg, Erhebung), das Deutsche »Stein« und das existenzielle »Sein«. Das Bild schreibt damit dem Mineralischen eine philosophische Dimension ein — Materie als Träger von Dauer und Dasein zugleich. Die colorierte Fotografie intensiviert diesen Gedanken: Farbe tritt der Sachlichkeit des fotografischen Dokuments entgegen und verleiht dem Gegenstand eine subjektive Färbung, die zwischen Abbildung und Interpretation changiert.
Gabriele Klimek, 1957 in Hildesheim geboren, studierte von 1980 bis 1984 Grafikdesign an der Fachhochschule Hildesheim/Holzminden und ist Mitglied des BBK Hildesheim sowie der GEDOK. Ihr Werk bewegt sich konsequent im Feld der experimentellen Fotografie; kennzeichnend ist das Interesse an surrealistischen Momenten innerhalb der Alltagsrealität sowie das Spiel mit Schärfe und Unschärfe als Mittel einer eigenen, von bloßer Dokumentation gelösten Bildwirklichkeit. Die Colorierung analoger Aufnahmen — in der frühen Phase ihres Schaffens bevorzugt Schwarzweißfotografie — ist dabei nicht dekoratives Mittel, sondern konzeptueller Eingriff: Die aufgetragene Farbe betont, was das Auge übersieht, und macht den Stein zum Bedeutungsträger.
| Technik | Colorierte Fotografie |
| Format | 40 × 30 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 86 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 10, 1990 |