Rolf Kirsch: Kunst machen vom Bett aus
Eins von Hundert · Ausgabe 10 · 1990

Rolf Kirsch

Kunst machen vom Bett aus

Der Titel »Kunst machen vom Bett aus« klingt wie ein Manifest wider die Anstrengung — und ist doch eines: ein konzeptueller Akt, der den Ort der Produktion selbst zum Sujet erklärt. Das Bett als Atelier, die Horizontale als Arbeitshaltung — Kirsch setzt damit 1990 die Frage nach den Bedingungen künstlerischer Arbeit mit lakonischem Witz in Szene. Der Fotoroman als gewähltes Medium verstärkt diesen Gestus: Entlehnt aus dem Boulevardgenre, übersetzt er die serielle Bildsprache der Trivialkultur in einen selbstreflexiven Kunstkontext, der die Grenze zwischen Alltagspraxis und künstlerischer Geste bewusst durchlässig hält.

Rolf Kirsch, 1959 geboren und an den Kölner Werkschulen bei u. a. Stefan Wewerka und Daniel Spoerri ausgebildet, arbeitet seit den 1980er Jahren im Spannungsfeld von Malerei und Medien. Als Maler und Konzeptkünstler hat er stets auch Fotografie, Zeichnung und Installationsverfahren einbezogen und sich — dem Geist von Fluxus verpflichtet — immer wieder für Exkursionen jenseits der Grenzen eines einzelnen Mediums entschieden. »Kunst machen vom Bett aus« fügt sich in diese Haltung: Der Fotoroman ist hier kein illustratives Beiwerk, sondern das eigentliche Argument.

TechnikFotoroman
Format30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn
Exemplar40 von 100, signiert
AusgabeNr. 10, 1990
110 €
mit Rahmen · zzgl. Versand
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