Andreas Vietz: Reliquiensammlung
Eins von Hundert · Ausgabe 27 · 1994

Andreas Vietz

Reliquiensammlung · aus Köln

Der Begriff „Reliquiensammlung" verweist auf das Bewahren und Anordnen von Fragmenten, Überresten und Spuren — ein Thema, das in den frühen 1990er Jahren im Umfeld von Konzept- und Arte-Povera-nahen Strömungen verbreitet war. Andreas Vietz versammelt auf dem Träger aus Cromolux — einem hochwertigen, glänzend kaschierten Druckkarton — verschiedene reale Materialien, die so zugleich Objekt und Bild, Fundstück und Zeugnis werden. Der Titel benennt das Prinzip unmittelbar: Gesammelte Dinge erhalten durch die Montage einen quasi-sakralen Stellenwert, werden aus ihrem alltäglichen Zusammenhang gelöst und in eine neue, verdichtete Ordnung überführt.

Andreas Vietz, 1958 in Bad Honnef geboren, studierte Grafik-Design und anschließend Freie Kunst in Köln — zuletzt als Meisterschüler. Sein Werk bewegt sich im Spannungsfeld von Druckgrafik, Fotografie und Materialmontage; 1995 gründete er die Kölner Graphikwerkstatt, die bis heute als Produktions- und Vermittlungsort für originalgrafische Techniken wirkt. Die Arbeit von 1994 entstand kurz vor dieser institutionellen Gründungsphase und zeigt Vietz' charakteristischen Ansatz: verschiedene Materialien werden auf den Bildträger aufgebracht und zu einer dichten, vielschichtigen Komposition gefügt, bei der das haptische Element des Materials gleichrangig neben dem grafischen Bild steht.

TechnikVersch. Materialien auf Cromolux, Collage
Format30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn
AusgabeNr. 27, 1994
110 €
mit Rahmen · zzgl. Versand
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