SABU: O.T.
Eins von Hundert · Ausgabe 27 · 1994

SABU

O.T. · aus Köln

Das Werk entfaltet seine Wirkung aus dem Widerspruch zwischen Verpackung und Wert: Packpapier, Gefrierbeutel, ein Kunststoffblatt und ein aufgeklebtes Gütesiegel — Materialien, die im Alltag Schutz, Transport und Qualitätssicherung signalisieren — werden 1994 in Köln zum eigenständigen Bildgegenstand. Das Gütesiegel, als Zeichen institutioneller Beglaubigung, tritt in ein ambivalentes Verhältnis zu Trägermaterialien, die jeder Supermarkt bereithält. Das Werk fragt damit, was zertifiziert wird und wer die Zertifizierung vornimmt — eine Frage, die im Kontext der frühen 1990er Jahre, geprägt von Arte Povera-Nachklängen und einer kritischen Auseinandersetzung mit Konsumkultur und Warenästhetik, ihre Schärfe entfaltet.

Über SABU liegen keine gesicherten biografischen Daten vor. Die Materialwahl situiert das Werk in einem Umfeld konzeptueller und materialbezogener Ansätze, wie sie in der Kölner Kunstszene der 1990er Jahre verbreitet waren — einer Zeit, in der die Stadt als lebendiges Zentrum zeitgenössischer Positionen galt. Die Technik verzichtet auf klassische Druckverfahren zugunsten einer direkten Assemblage alltäglicher Industriematerialien, in der das Druckwerk als Objekt und als Aussage zugleich funktioniert.

TechnikPackpapier, Gefrierbeutel, Kunststoffblatt, Gütesiegel
Format30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn
AusgabeNr. 27, 1994
110 €
mit Rahmen · zzgl. Versand
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