Karl-Heinz Homberg
Das Götterpaar Shiva und Parvati gehört zu den zentralen Bildmotiven der hinduistischen Ikonografie: Er, der Zerstörer und Erneuerer, sie, die Verkörperung kosmischer Energie und Zuneigung — gemeinsam repräsentieren sie das Prinzip der Einheit der Gegensätze. Karl-Heinz Homberg greift dieses Thema 1994 in Köln auf und überführt es in das Medium der Computercollage, das zu jener Zeit noch am Rande zwischen künstlerischem Experiment und technischer Spielerei stand.
Homberg, in der Kölner Kunstszene verwurzelt, arbeitet an der Schnittstelle von digitaler Bildbearbeitung und konzeptueller Komposition. Die Computercollage der frühen 1990er Jahre war ein genuines Aufbruchsmedium: Bildebenen ließen sich überlagern, Quellen aus verschiedenen Kontexten kombinieren und neu codieren — eine Methode, die der synkretistischen Vielschichtigkeit hinduistischer Mythologie formal entgegenkommt. Hombergs Arbeit steht damit in einem Kontext, in dem westliche Künstler:innen begannen, digitale Werkzeuge nicht als Reproduktionstechnik, sondern als eigenständiges Ausdrucksmittel zu verstehen.
Als eines von 100 nummerierten Exemplaren der Edition »Eins von Hundert« dokumentiert das Blatt zugleich einen frühen Moment in der Geschichte des digitalen Druckwerks.
| Technik | Computercollage |
| Format | 30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 80 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 27, 1994 |