R.J. Kirsch
»Ägyptische Verlockung« evoziert schon im Titel ein Spannungsfeld zwischen Ferne und Begehren, zwischen dem Exotischen der altägyptischen Bildwelt und der Gegenwart des Betrachters. Die Verheißung des Archaischen — Hieroglyphen, Goldmasken, die Ikonografie des Jenseits — wird hier nicht illustriert, sondern als Reflexionsfläche für das Verhältnis von Bild, Medium und Bedeutung genutzt.
R. J. Kirsch, 1959 in Kirchen/Sieg geboren, studierte Malerei an den Kölner Werkschulen bei Franz Dank und bewegt sich seit den 1980er Jahren im Spannungsfeld von Malerei und technologisch erzeugtem Bild. In seiner konzeptuellen Praxis befragt er, welche Möglichkeiten die Malerei angesichts zunehmend digitaler Bildmedien noch besitzt; Fotografie, Zeichnung und Installationsverfahren gehören dabei zu seinem erweiterten Repertoire. Dass er sich 1994 — früh in der Geschichte des Digitaldrucks — für den Tintenstrahldruck als Technik entschied, ist programmatisch: Das Verfahren stellt die maschinelle Bilderzeugung selbst aus. Das Trägermedium, Butterbrotpapier, verweigert jedem Anspruch auf museale Dignität und erdet das Werk im Alltäglichen — ein leichtes, durchscheinendes Material, das das aufgedruckte Bild zugleich hält und verfremdet. So entsteht eine doppelte Verlockung: die des Motivs und die des Mediums.
| Technik | Tintenstrahldruck auf Butterbrotspapier |
| Format | 30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 58 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 25, 1994 |