Frank Hoffmann: Citratcyclus V
Eins von Hundert · Ausgabe 25 · 1994

Frank Hoffmann

Citratcyclus V · aus Köln

Hinweis: Die Recherche zeigt, dass der Frank Hoffmann in den Suchergebnissen (geb. 1972 in Görlitz, Dresden) zum Zeitpunkt des Werks 1994 noch Student war — das passt biografisch gut (Erasmus-Stipendium 1994/95 in Kopenhagen, Studium 1991–1997 in Dresden). Es gibt aber auch andere Frank Hoffmanns; da der Kölner Kontext der Edition unklar bleibt und das Werk den Titel »Citratcyclus V« trägt (ein biochemischer Begriff), halte ich mich eng an die belegten Daten und beschreibe sachlich, ohne zu überinterpretieren.

Der Citronensäurezyklus (Citratcyclus) ist ein zentrales biochemisches Kreislaufmodell — der Titel verweist auf naturwissenschaftliche Systematik und ist zugleich das fünfte Werk einer Serie, was auf eine konzeptuelle Arbeitsweise hinweist. Die Technik Farbkopie (Farb-Xerokopie/Laserkopie) war in der frühen Neunzigerjahren ein bewusstes Medium der Konzeptkunst und Fluxus-Nachfolge.

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Der Titel verweist auf einen biochemischen Kreislaufprozess — den Zyklus, über den Zellen Energie gewinnen und der in der Naturwissenschaft als geschlossene, sich wiederholende Abfolge von Reaktionen beschrieben wird. Dass Hoffmann dieses Modell als Ausgangspunkt wählt und daraus eine Werkfolge entwickelt (»Citratcyclus V« als fünfte Arbeit einer Serie), zeigt eine konzeptuell-systematische Herangehensweise: Das naturwissenschaftliche Diagramm, der Kreislauf als Form- und Denkfigur, wird zum künstlerischen Motiv.

Als Trägermedium dient die Farbkopie — ein Verfahren, das in den frühen 1990er Jahren von zahlreichen Künstlern der Konzept- und Medienkunst bewusst als demokratisches, reproduzierbares und zugleich serielles Mittel eingesetzt wurde. Die Farbkopie verweigert den Anspruch auf das einmalige Unikat und stellt Fragen nach Original und Reproduktion ins Zentrum. Innerhalb der Edition »Eins von Hundert«, die Originalarbeiten im Format A4 von überwiegend Kölner Künstlern versammelt, erhält dieses Medium eine zusätzliche Schärfe: Die limitierte Auflage von 100 Exemplaren gibt dem vervielfältigenden Verfahren dennoch den Status des Sammlerstücks.

Über den Kölner Frank Hoffmann liegen keine gesicherten biografischen Daten vor, die eine eindeutige kunsthistorische Einordnung erlauben. Das Werk selbst, 1994 entstanden, steht im Kontext einer Praxis, die naturwissenschaftliche Modelle als Vorlage für konzeptuell-serielle Bildarbeit nutzt.

TechnikFarbkopie
Format30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn
Exemplar55 von 100, signiert
AusgabeNr. 25, 1994
110 €
mit Rahmen · zzgl. Versand
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