Karl Böcker
Das unbetitelte Blatt entsteht 1994 in Düsseldorf — in einer Stadt, die in den vorangegangenen Jahrzehnten zu einem der zentralen Orte der deutschen Nachkriegskunst geworden ist. Karl Böcker, 1938 in Essen geboren, kommt auf einem ungewöhnlichen Weg zur Kunst: Nach einer handwerklichen Ausbildung und ausgedehnten Reisen u. a. nach Afghanistan und in den Libanon studiert er an der Kunstakademie Düsseldorf, wo er 1993 Meisterschüler bei Franz Eggenschwiler wird. Sein Werk bewegt sich im Spannungsfeld zwischen konkreter Formensprache und malerischer Farbigkeit — starke, oft von linearen Strukturen durchzogene Flächen, die zwischen Ordnung und Bewegung pendeln. Die Foto-Ätzung verbindet fotografische Bildgenerierung mit dem druckgrafischen Prinzip der Tiefätzung: Das fotografisch übertragene Motiv wird in eine Metallplatte geätzt, die Druckfarbe lagert sich in den vertieften Linien und Strukturen ab und ergibt auf dem 300 g schweren Hahnemühle-Büttenpapier ein Blatt von haptischer Dichte und tonaler Differenziertheit. Das hochwertige Trägermedium, das im künstlerischen Druck als Referenzstandard gilt, unterstreicht den Werkcharakter jedes einzelnen der hundert Exemplare.
| Technik | Foto-Ätzung auf 300g HahnemühlePapier |
| Format | 30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 11 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 25, 1994 |