Gerhard Weber
Das Blatt entfaltet seine Wirkung durch die radikale Reduktion: Wenige, präzise in Linoleum geschnittene Formen treten aus dem Papier hervor und behaupten sich als eigenständige Bildsprache. Der Verzicht auf einen Titel — das schlichte O.T. — ist programmatisch; das Werk will nicht erläutert, sondern wahrgenommen werden.
Gerhard Weber gehört zur Gruppe bildender Künstlerinnen und Künstler, die in Hamm und der Hellwegregion die konkret-konstruktiven Tendenzen der Nachkriegsmoderne weitergeführt haben — ein Schaffensumfeld, das auf die reinen Bildmittel Linie, Fläche und Volumen konzentriert ist und rein geistigen Inhalten ästhetischen Ausdruck zu verleihen sucht.
Technisch greift Weber auf den Linoldruck zurück: Beim Abtragen der Linoleumplatte mit Schneidwerkzeug bleiben nur die erhabenen Partien druckend, was klare Konturen und flächige Strukturen begünstigt. Das Verfahren, seit dem frühen 20. Jahrhundert von Künstlern wie Christian Rohlfs und Pablo Picasso erprobt, verbindet handwerkliche Direktheit mit grafischer Schärfe. Die auf 100 Exemplare begrenzte Auflage hält den ursprünglichen Handdruckcharakter in jedem Abzug lebendig.
| Technik | Linoldruck |
| Format | 30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 59 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 22, 1993 |