Horst Becker
Ausklappbar auf DinA3
Auf dem Blatt liegt Köln — nicht als Postkartenmotiv, sondern als taktile Erinnerung: Asphaltrisse, 1993 festgehalten, sind das Ergebnis einer Frottage, bei der Papier direkt auf eine aufgebrochene Stadtoberfläche gelegt und das Relief mit einem Zeichenmittel durchgerieben wurde. Was entsteht, ist kein Abbild, sondern ein Abdruck — die unverstellte Spur des städtischen Untergrunds, der sich im Asphalt über Jahre verformte, riss und wieder schloss. Das Zufällige und das Unwillkürliche gehören zur Methode: Die Frottage, bekannt aus dem surrealistischen Repertoire Max Ernsts, überantwortet einen Teil der Bildgenese dem Material selbst.
Über Horst Becker liegen keine gesicherten biografischen Belege vor, die eine zuverlässige kunsthistorische Einordnung erlauben. Festhalten lässt sich, dass das Werk im Umkreis der Kölner Szene der frühen 1990er entstand — einer Zeit, in der die Stadt als Kunststandort international wahrgenommen wurde und Künstlerinnen und Künstler aller Richtungen mit dem Städtischen, dem Ephemeren und dem Dokumentarischen experimentierten. Die Ausgabe 22 der Edition »Eins von Hundert« — limitiert auf je 100 handnummerierte Exemplare im Format A4 — ist Teil dieser lokalen Praxis, Kunst im kleinen Maßstab zugänglich zu halten.
| Technik | Frottage |
| Format | 30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 35 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 22, 1993 |