Nini Flick
Das Papier ist perforiert. Ein Gesicht, kein Motiv im konventionellen Sinn — die Technik ist das Werk. 1991 entsteht in Köln ein Blatt, das seine Aussage durch Abwesenheit formuliert: Löcher, Raster, der Wechsel von Materie und Leere. Die Perforierung — ein industrieller Vorgang, der Papier zu Fahrscheinen, Formularen, Briefmarkenbögen macht — wird hier zum künstlerischen Mittel. Was sonst Trennlinie oder Sollbruchstelle bezeichnet, behauptet sich als Bild. Das serielle Prinzip liegt dieser Arbeit von Anfang an inne: Gleichförmige Eingriffe, die sich reihen und verdichten, erzeugen Rhythmus, optische Spannung, manchmal beinahe Ornament.
Nini Flick ist in den frühen 1990er-Jahren in der Kölner Kunstszene verortet; eine Publikation aus dem Jahr 1996 bei der lokalen KRASH Neue Edition verweist auf ihre Einbindung in ein konzeptuell arbeitendes, interdisziplinäres Umfeld. Das Werk »Perforierung« reiht sich in jene konzeptuelle Druckgrafik-Tradition ein, die das Blatt nicht als Träger, sondern als eigenständiges Material begreift — und die Geste des Eingriffs selbst zur Form erklärt. Als eines von hundert Exemplaren trägt es die Spannung zwischen mechanischer Wiederholung und dem singulären, handsignierten Objekt in sich.
| Technik | Perforierung |
| Format | 30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 22 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 13, 1991 |