Herm-Jörg Barner
Das Werk ohne Titel entsteht 1991 aus dem unmittelbaren Abdruck: Stempel werden mit Farbe versehen und direkt auf den Bildträger gesetzt — ein Verfahren, das Repetition, Serialität und den physischen Eingriff der Hand in einem einzigen Arbeitsschritt verbindet. Das Bild wächst aus der Akkumulation von Einzelformen, die sich zu einem Geflecht aus Spuren zusammenfügen, ohne dabei einem kompositorischen Plan im klassischen Sinne zu folgen.
Herm-Jörg Barner ist in der Kölner Kunstszene seit den frühen 1990er Jahren präsent; er gehörte zum Atelierhaus am Alteburgerwall, das später als neues kunstforum einen Schwerpunkt auf raumbezogene und prozessorientierte Arbeiten internationaler Künstler legte. Dieser Kontext verweist auf eine Praxis, in der das Konzeptuelle und das Handwerkliche eng verknüpft sind.
Der Stempeldruck ist eine Technik mit langer Geschichte — von der Volkskunst bis zur Konzeptkunst des 20. Jahrhunderts —, die im Werk Barners das Serielle mit dem Zufälligen kurzschließt: Jeder Abdruck ist reproduzierbar im Ansatz, aber einmalig im Ergebnis. Dass dieses Blatt im Rahmen der Kölner Gemeinschaftsedition erschien, macht es zum Teil eines kollektiven Moments der Stadtkunstgeschichte.
| Technik | Stempeldruck |
| Format | 30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 84 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 13, 1991 |