Ilse Kilic
Der Titel »Me myself and eye« spielt mit den englischen Homophonen »I« und »eye« — das Ich und das Auge fallen in einem Wort zusammen. Diese doppelte Lesart ist das eigentliche Motiv: Selbstbeobachtung als Akt des Sehens, der Blick auf sich selbst, der zugleich den Blick des anderen einschließt. In der Fotocollage von 1995 werden fotografische Fragmente zu einem neuen Bild zusammengefügt — und das Vernähen der Einzelteile macht diesen Konstruktionscharakter sichtbar: Die Naht ist nicht versteckt, sie ist Teil der Aussage.
Ilse Kilic, 1958 in Wien geboren, arbeitet an der Schnittstelle von experimenteller Literatur, visueller Poesie, Comic und Bildender Kunst. Ihre Praxis verbindet Sprachexperiment mit bildnerischen Mitteln und befragt dabei konsequent Autorschaft, Identität und die Bedingungen des Erzählens. Die genähte Fotocollage fügt sich in diesen Kontext: Das Bild wird buchstäblich zusammengehalten — Fotografie trifft auf textile Handarbeit, zwei Verfahren, die beide dokumentieren und gleichzeitig verfremden. Was entsteht, ist kein nahtloses Selbstporträt, sondern ein bewusst zusammengesetztes — eines, das die eigene Gemachtheit ausstellt.
| Technik | Genähte Fotocollage |
| Format | 30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 89 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 31, 1995 |