Christian Von Aster: Abb. 2.3.
Eins von Hundert · Ausgabe 36 · 1996

Christian Von Aster

Abb. 2.3. · aus Bremen

»Abb. 2.3.« erscheint wie ein Ausschnitt aus einem Katalog oder Lehrbuch — eine Abbildung, die eigentlich irgendwo hineingehört, nun aber ohne Kontext dasteht. Der sachliche Titel gibt vor, Ordnung zu stiften, und verweist doch ins Leere: Was hier beschriftet oder klassifiziert werden sollte, bleibt offen. Genau in dieser Lücke entfaltet sich das Werk. Der Computerausdruck von 1996, in der frühen Phase der Alltagsdigitalisierung entstanden, trägt die ästhetischen Spuren seiner Zeit — pixelige Präzision, kühle Maschinensprache. Die handgeführten Filzstiftspuren darüber brechen diese Ordnung auf, hinterlassen etwas Unfertiges, Korrigiertes oder Überschriebenes: einen Rest, der sich der endgültigen Einordnung widersetzt.

Christian von Aster, geboren 1973 in Deutschland, studierte Kunst und Germanistik und arbeitet medienübergreifend als Zeichner, Schriftsteller, Drehbuchautor und Regisseur. Sein Werk ist geprägt von einem ironischen Umgang mit Gattungsgrenzen und einer Vorliebe für das Subversive innerhalb scheinbar vertrauter Formen. Die Kombination aus digitalem Druck und manueller Zeichenintervention steht exemplarisch für eine Arbeitsweise, die das Maschinelle und das Handgemachte nicht versöhnt, sondern produktiv in Spannung hält.

TechnikComputerausdruck, Filzstift
Format30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn
Exemplar50 von 100, signiert
AusgabeNr. 36, 1996
110 €
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