Eduardo Lombardi
Eine gestanzte Eisenplatte — das ist kein Blatt Papier, kein Pigment auf Leinwand, sondern Metall, dem durch Werkzeug und Druck eine bleibende Form abgerungen wurde. Was bleibt, wenn das Stanzwerkzeug ansetzt, ist zugleich Loch und Kontur: Das Material ist verletzt, und gerade in dieser Verletzung entsteht Bild. Lombardis Arbeit aus dem Jahr 1996, in Köln entstanden und ohne Titel belassen, nutzt diese Spannung zwischen Entfernung und Abdruck konsequent. Die Eisenplatte trägt das Bild nicht — sie ist das Bild, in seiner Materialität unverstellbar gegenwärtig.
Eduardo Lombardi arbeitet im Bereich skulptural-druckgrafischer Grenzformen, in denen das industrielle Material nicht zitiert, sondern direkt befragt wird. Das Stanzen als Technik steht in einer Tradition, die von der Arte Povera und dem erweiterten Skulpturbegriff der 1970er und 1980er Jahre geprägt ist: Verfahren aus Handwerk und Industrie werden in den Kunstkontext überführt, ohne ihren ursprünglichen Charakter zu glätten. Was sich auf der Platte hält — die Spur, der Grat, die Lücke —, ist das, was nach dem Eingriff übrig bleibt.
| Technik | Gestanzte Eisenplatte |
| Format | 30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 48 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 36, 1996 |