Ulrike Geitel
Ein fotografisches Bild, das erst durch Überarbeitungen mit Tesafilm und Lackstift zu sich selbst kommt: Ulrike Geitels »Pop Art« von 1996 stellt die Frage nach dem, was von einem Bild übrigbleibt, wenn man es angreift, überklebt, markiert — und was dabei neu entsteht. Der Titel benennt eine ikonische Bewegung der Kunstgeschichte, während das Werk selbst deren Mechanismen — Appropriation, serielle Reproduktion, die Aufladung von Alltagsmaterial — ins Handgreifliche überführt. Tesafilm und Lackstift sind keine noblen Materialien; sie gehören zum Büro, zur Werkstatt, zum provisorischen Reparieren von Dingen. Ihr Einsatz auf dem fotografischen Trägermaterial verwandelt das Bild in ein Objekt mit Geschichte, in dem Eingriff und Substrat als gleichwertige Schichten lesbar werden.
Über Ulrike Geitel lassen sich auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen keine gesicherten biografischen Angaben machen. Die Arbeit verortet sich im Kontext jener Kölner Kunstszene der 1990er Jahre, die Fotografie konsequent als bearbeitbares, übermaltes oder montiertes Medium verstand. Die Technik — Fotografie kombiniert mit körperlich-direktem Materialeingriff — verweist auf eine Praxis, die Bilder nicht abschliesst, sondern aufbricht: Was hier zu sehen ist, ist immer auch ein Rest, ein Zustand zwischen Produktion und Überarbeitung.
| Technik | Fotografie, Tesafilm, Lackstift |
| Format | 30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 69 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 36, 1996 |