Gernot Weber
Das Werk trägt keinen Titel — und macht daraus eine Aussage. O.T., 1996 von Gernot Weber im Linoldruck realisiert, verweigert die sprachliche Rahmung und stellt das Bild auf sich selbst. In einer Kunstlandschaft, die Mitte der 1990er Jahre zunehmend die Beziehung zwischen Zeichen, Sprache und visueller Form befragte, ist diese Titellosigkeit kein Zufall, sondern eine formale Entscheidung: Das Werk behauptet seine Eigenständigkeit vor jeder Benennung.
Über Gernot Weber lassen sich auf Basis vorliegender Quellen keine gesicherten biografischen Angaben machen; das Werk selbst spricht durch sein Medium. Der Linoldruck — eine Hochdrucktechnik, bei der aus der Linolplatte geschnitzt wird, was nicht drucken soll — erzeugt Bilder aus Kontrast, Spur und haptischer Direktheit. Jeder Abzug ist ein handwerklicher Akt; die Platte gibt die Form vor, die Hand entscheidet über Druck und Schichtung.
Als eines von hundert nummerierten Exemplaren verbindet das Werk den reproduktiven Charakter des Drucks mit dem Anspruch auf Einzigartigkeit — ein Verhältnis, das der Linoldruck seit seinen Anfängen in der klassischen Moderne produktiv auslotet.
| Technik | Linoldruck |
| Format | 30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 66 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 34, 1996 |