Elmar Jungherz
Ein einzelnes Wort — »Hi« — steht im Zentrum dieses Werks. Was in der alltäglichen Sprache als flüchtigste aller Gesten gilt, erhebt Elmar Jungherz 1996 zum Bildgegenstand: Der Gruß als grafisches Gebilde, isoliert, materiell verdichtet, zwischen Mitteilung und Zeichen. In der Kombination aus Linoldruck, Collage und Tusche entstehen Schichten, die dem knappen Wort eine haptische Tiefe verleihen — Druckfarbe und aufgeklebtes Material überlagern sich zu einem Bild, das mehr Körper hat als jede handgeschriebene Notiz.
Jungherz, 1952 in Bensberg geboren, studierte Freie Kunst an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf, unter anderem bei Dieter Krieg und Bernd Koberling, und lebte bis zu seinem Tod 2013 in Köln. Sein Werk bewegt sich im Spannungsfeld von figürlicher Narration und materialbewusstem Experiment; Alltagssignale werden bei ihm zum Ausgangspunkt einer eigenwilligen Bildsprache. Die hier eingesetzte Technik — Linoldruck als Reliefdruckverfahren, ergänzt durch collagierte Papierfragmente und Tuschezeichnung — spiegelt diesen Ansatz: Das Handgemachte bleibt spürbar, das Triviale wird zum Träger formaler Reflexion.
| Technik | Collage, Linoldruck, Tusche |
| Format | 30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 80 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 34, 1996 |