Johannes C. Gérard
Chà hwéi — im Chinesischen 茶會, Teegesellschaft — verweist auf eine Praxis, in der das gemeinsame Trinken von Tee zur rituellen Form menschlicher Begegnung wird. Das Motiv, 1996 in Köln entstanden, trägt seinen Titel in lateinischer Transkription des Chinesischen: bereits die Schreibweise des Namens ist eine Geste, die zwei Schriftsysteme und zwei Kulturen zueinander in Beziehung setzt, ohne eines dem anderen einzuordnen.
Johannes C. Gérard, 1959 geboren, studierte zunächst an der Kölner Schule für Druckgrafik und Design, danach am Dún Laoghaire Institute of Art, Design and Technology in Dublin. In den folgenden Jahrzehnten lebte und arbeitete er unter anderem in Irland, Argentinien, Taiwan, Australien, Indien und Russland — eine Biografie, in der das Durchqueren kultureller Grenzen keine Episode ist, sondern Methode. Druckgrafik gehört zu seinen zentralen Ausdrucksmitteln; die Technik erlaubt Wiederholung und Variation zugleich, sie ist von ihrer Natur aus auf das Serielle, auf die édition ausgerichtet — und damit auf die Frage, was sich im Abdruck überträgt und was sich wandelt.
| Format | 30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 65 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 34, 1996 |