Gerhard Weber: O.T.
Eins von Hundert · Ausgabe 29 · 1996

Gerhard Weber

O.T. · aus Hamm

Der Linoldruck gehört zu den ältesten Hochdrucktechniken des 20. Jahrhunderts — eine Verwandtschaft mit dem Holzschnitt, jedoch mit einem geschmeidigeren, weniger maserungsgläubigen Material. Gerhard Weber aus Hamm taucht in der Dokumentation der westfälischen Kunstszene als Vertreter auf, den das Ausstellungsprojekt „Hellweg Konkret" 2015 dem Umfeld konkret-konstruktiver Tendenzen in der Region nach 1945 zuordnet — einer Strömung, in der Linie, Fläche und Farbe nicht abbilden, sondern eigenständige Bildmittel sind.

Das unbetitelte Blatt von 1996 ist in diesem Kontext zu lesen: Der bewusste Verzicht auf einen Titel legt nahe, dass das Werk nicht illustriert, sondern das formale Gefüge — Schwarz-Weiß-Kontrast, Schnittgeste, Flächenorganisation — als eigentlichen Inhalt behauptet. Der Linoldruck erlaubt dabei keinen nachträglichen Eingriff; was der Stichel aus der Platte herausnimmt, ist unwiderruflich, was stehen bleibt, trägt die Farbe. Diese Direktheit ist Teil des Ausdrucks. Als Ausgabe 29 der Edition, entstanden im letzten Jahr der älteren Werkladen-Reihe, steht das Blatt am Ende eines über ein Jahrzehnt gewachsenen Korpus limitierter Originale — jeweils hundert Exemplare, handsigniert, im Format A4.

TechnikLinoldruck
Format30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn
Exemplar17 von 100, signiert
AusgabeNr. 29, 1996
110 €
mit Rahmen · zzgl. Versand
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