Sophia Pechau: Zoobrücke Köln
Eins von Hundert · Ausgabe 29 · 1995

Sophia Pechau

Zoobrücke Köln · aus Düren

Die Zoobrücke quert den Rhein als wuchtige Stahlkonstruktion, deren einziger, asymmetrisch versetzter Pfeiler nahe dem rechtsrheinischen Ufer eine Spannweite von 259 Metern trägt — bis heute die am weitesten gespannte Kastenträgerbrücke dieser Art weltweit. Sophia Pechau hat dieses Infrastrukturbauwerk der Kölner Nachkriegsmoderne 1995 im Holzschnitt festgehalten — zu einem Zeitpunkt, als das Motiv bereits zu einem stadtbildprägenden Zeichen geworden war, ohne je romantisiert worden zu sein. Der scharfe Kontrast zwischen Schwarz und Weiß, der dem Holzschnitt eigen ist, kommt einem solchen Sujet entgegen: Die tektonische Strenge der Brücke, ihr Rhythmus aus Trägern, Widerlagern und Fahrbahn, lässt sich in der Reduktion des Hochdrucks schärfer fassen als in jeder Malerei.

Sophia Pechau studierte freie Grafik zunächst bei Hans Karl Burgeff an der Werkkunstschule Köln, dann bei Prof. Wolfgang Schmitz an der Hochschule der Künste Bremen und setzte ihr Studium bei Prof. Franz Eggenschwiler an der Kunstakademie Düsseldorf fort. Ihre Arbeit bewegt sich zwischen gegenständlicher Beobachtung und zunehmender Abstraktion; Landschaft und gebaute Umgebung bleiben dabei zentrale Bezugspunkte. Der Handabzug — hier von einer historischen Druckpresse ausgeführt — gehört zum Kern ihrer Praxis und verleiht jedem Exemplar eine haptische Individualität, die der maschinellen Reproduktion grundsätzlich entzogen ist. Das Blatt entstand im Jahr der Ausstellung Pechaus im Leopold Hoesch Museum Düren, in einer für die Künstlerin produktiven, ausstellungsreichen Phase.

TechnikHolzschnitt, Handabzug
Format40 × 30 cm (A4), gerahmt in Ahorn
Exemplar23 von 100, signiert
AusgabeNr. 29, 1995
110 €
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