Susanne Opheys: Beuys Hbf Manresa
Eins von Hundert · Ausgabe 29 · 1995

Susanne Opheys

Beuys Hbf Manresa · aus Barcelona

Der Titel nennt drei Koordinaten: Beuys, einen Hauptbahnhof und Manresa — den katalanischen Pilgerort, an dem Ignatius von Loyola seine Exerzitien niederschrieb. Das Blatt, 1995 in Barcelona entstanden, verbindet diese Verweise zu einem dichten Geflecht aus Erinnerung, Ritual und Reisebewegung. Kartoffeldruck, Faden, Latexpigment und Fotokopie überlagern sich zu einer mehrstufigen, prozesshaften Oberfläche: Die Kartoffel als Druckstock verweist auf ein archaisches, handgemachtes Verfahren, der eingezogene Faden auf textile Materialität und Verbindung, die Fotokopie auf Reproduktion und Dokument. Joseph Beuys' erweiterter Kunstbegriff — Kunst als soziale Plastik, als transformierende Handlung — klingt im Titel ebenso an wie die Bedeutung des Bahnhofs als Schwellenraum zwischen Ankunft und Aufbruch.

Susanne Opheys, in Köln ansässige Künstlerin, studierte an der FH Krefeld sowie an mehreren Barceloneser Kunstschulen, darunter der renommierten Escola de la Llotja und der Escola Massana. Malerei, Druckgraphik und Assemblagen bilden das Kernrepertoire ihres Werks; die Verbindung von Alltagsmaterial und grafischen Verfahren ist ihr charakteristisch. Das vorliegende Blatt aus dem Jahr 1995 entstand unmittelbar in dieser formativen Barceloneser Phase — und lässt sich als frühe Verdichtung ihrer Arbeitsweise lesen, die konzeptuelle Bezüge mit handwerklicher Offenheit verknüpft.

TechnikKartoffeldruck, Faden, Latexpigment, Fotokopie
Format30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn
Exemplar9 von 100, signiert
AusgabeNr. 29, 1995
110 €
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