Frank Lübbehüsen
Ein Kreis, der denkt — oder ein Denken, das kreist: Der Titel »Denkkreis« legt beides nahe und verweist auf einen Prozess, der weder Anfang noch Ende kennt. Die geometrische Grundform des Kreises wird hier nicht als bloßes Ornament eingesetzt, sondern als Figur des Gedankens selbst: in sich geschlossen, zugleich unendlich beweglich.
Frank Lübbehüsen arbeitete 1995 in Münster mit dem Computer als primärem Bildwerkzeug — zu einem Zeitpunkt, als die Computergrafik im künstlerischen Kontext noch keineswegs selbstverständlich war. Die frühen 1990er-Jahre markieren eine entscheidende Phase, in der Künstlerinnen und Künstler die Möglichkeiten digitaler Bildgenerierung nicht als Reproduktion handwerklicher Verfahren verstanden, sondern als eigenständige Formensprache erkundeten: präzise Linienführung, algorithmische Strukturen, die Spannung zwischen Konstruktion und Auflösung. »Denkkreis« ist in dieser Tradition zu verorten — ein Werk, das die konzeptuelle Strenge digitaler Komposition mit einem philosophischen Impuls verbindet. Das Motiv fragt nach dem, was Form denken kann.
| Technik | Computergrafik |
| Format | 30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 17 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 29, 1995 |