Barbara Haiduck
Eine Diskette als Bildmotiv — das ist kein nostalgischer Rückblick, sondern eine präzise Zeitdiagnose. 1995, als digitale Speichermedien den Alltag zu durchdringen begannen, rückte Barbara Haiduck ein Alltagsobjekt ins Bild, das damals noch selbstverständlich, heute bereits historisch ist. Die Wahl des Transparentpapiers als Träger verstärkt diese Ambivalenz: Das Motiv scheint durch den Untergrund hindurch, bleibt greifbar und flüchtig zugleich — ein Gegenstand auf dem Sprung zwischen Gebrauchswert und Vergessen.
Haiduck studierte Künstlerische Fotografie an der GH Kassel bei Floris M. Neusüss und setzte das Studium an der FH Köln bei Arno Jansen fort, den sie als Meisterschülerin abschloss. Ihr Ansatz ist von einer experimentellen Auseinandersetzung mit fotografischen Medien und ihren Trägermaterialien geprägt — das Material selbst wird zur inhaltlichen Aussage. Der Laserdruck auf Transparentpapier fügt sich in diese Logik: Ein digitales Verfahren hält ein digitales Relikt fest, auf einem Untergrund, der das Bild nicht vollständig absorbiert, sondern in der Schwebe hält. Das Blatt ist Teil der Ausgabe 29 der Kölner Edition »Eins von Hundert«, auf 100 Exemplare limitiert.
| Technik | Laserdruck auf Transparentpapier |
| Format | 30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 29 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 29, 1995 |