Ulrike Geitel
Eine unbetitelte Arbeit, die mit dem Tastsinn beginnt: Sandpapier als Träger — rau, widerständig, industriell — und ein selbstklebendes Etikett als einziges weiteres Element. Das Nebeneinander dieser beiden alltäglichen Materialien erzeugt eine stille Spannung zwischen dem Flüchtigen und dem Haftenden, dem Anonymen und dem Bezeichneten. Der Titel O.T. verweigert bewusst jeden verbalen Deutungsrahmen und überlässt die Bedeutungsproduktion vollständig der materiellen Präsenz.
Ulrike Geitel ist eine in Köln lebende und arbeitende bildende Künstlerin, deren Praxis sich im Raum zwischen Konzeptkunst und Alltagspoesie bewegt. Ihr Atelier in Köln gilt ihr seit Jahren als zentraler Arbeitsort. In den 1990er Jahren, als diese Arbeit entstand, war in der Kölner Szene das Interesse an Arte Povera und konzeptuellen Materialarbeiten besonders lebendig — ein Kontext, in den sich dieses Werk nahtlos einschreibt.
Technisch basiert das Werk auf der konzeptuellen Gleichstellung zweier Fertigmaterialien: Sandpapier und Etikett werden nicht bearbeitet, sondern als Bedeutungsträger arrangiert. Die Limitierung auf 100 Exemplare verleiht diesem reduzierten, prozessual denkenden Ansatz den Charakter eines bewusst zirkulierten Originals.
| Technik | Sandpapier, selbstklebendes Etikett |
| Format | 30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 13 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 29, 1995 |