Ulrich Dürrenfeld
Eine schwarzweiße Fotografie, mit Graphit überarbeitet — das unbezeichnete Blatt aus dem Jahr 1995 markiert eine charakteristische Arbeitsweise Ulrich Dürrenfelds, der den fotografischen Abzug nicht als Endpunkt, sondern als Ausgangsmaterial begreift. Die zeichnerische Einschreibung mit Graphit verändert, verdichtet oder befragt das fotografische Bild: Zwei Medien mit grundverschiedenen Zeitlichkeiten — die mechanische Aufnahme des Augenblicks, die langsame Spur der Hand — treten in einen Dialog, der das Verhältnis von Abbild und Bearbeitung offen hält.
Ulrich Dürrenfeld arbeitet in Köln-Ehrenfeld als Maler, Fotograf und Videokünstler. Sein Atelier ist seit Jahren auch Ort für interdisziplinäre Begegnungen, was auf eine Praxis hindeutet, die bildende Kunst nicht isoliert, sondern im Austausch mit anderen Ausdrucksformen denkt. Die Kombination von Fotografie und Zeichnung gehört zu seinem Repertoire: Die Radierung von 1985 und die hier vorliegende Mischtechnik von 1995 zeigen eine Konstante im Umgang mit dem Druckbild als bearbeitbarem Träger.
Das Format A4 der Edition — handlich, intim — passt zu einem Blatt, das seine Wirkung aus der Nähe entfaltet: in der Spur des Bleistifts, dort wo die Fotografie aufhört und die Handschrift beginnt.
| Technik | Fotografie, Graphit |
| Format | 30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 33 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 29, 1995 |