Axel Fabry
Ein Violinschlüssel — und damit eines der bekanntesten Symbole westlicher Notenschrift — wird hier nicht gelesen, sondern als Gegenstand befragt. Axel Fabrys mehrteilige Assemblage von 1990 zerlegt das Zeichen in seine materielle Wirklichkeit: Was in der Partitur Orientierung schafft, erscheint im Werk als zusammengesetztes Objekt, das seine Zeichenfunktion zugleich ausstellt und hinterfragt. Die Mehrteiligkeit verstärkt diesen Effekt — das Bild entsteht nicht aus einem Guss, sondern aus dem Nebeneinander und Ineinandergreifen gefügter Elemente.
Axel Fabry studierte von 1977 bis 1985 an der Kunstakademie Düsseldorf, zunächst im konzeptuell geprägten Umfeld von Timm Ulrichs, später als Meisterschüler von Prof. Eggenschwiler. Bereits früh wandte er sich der Druckgrafik zu und lehrte dort Lithografie. Seine Praxis bewegt sich zwischen konzeptuellem Ansatz und handwerklich-materialbetontem Arbeiten — ein Spannungsfeld, das auch in dieser Assemblage spürbar ist, die vorgefundene oder bearbeitete Elemente zu einem neuen, eigenständigen Bild zusammenführt.
Das Werk erschien 1990 als Teil der Kölner Edition »Eins von Hundert«, die seit 1988 zeitgenössische Positionen in einer auf jeweils 100 Exemplare limitierten Originalarbeitsfolge im Format A4 dokumentiert.
| Technik | Assemblage |
| Format | 30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 40 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 9, 1990 |