Franz van der Grinten
Ein einfaches Gefäß — und doch mehr als ein bloßes Behältnis: Franz van der Grintens Hochdruck von 1992 rückt ein archaisch anmutendes Objekt ins Zentrum der Bildbetrachtung. Die von zwei Platten gedruckte Arbeit nutzt die Eigenlogik des Hochdrucks — die Schichtung von Farbebenen, die Zeichenhaftigkeit des Abdrucks — um dem schlichten Motiv eine spannungsvolle, fast meditative Qualität zu verleihen. Das Gefäß erscheint weniger als Gebrauchsgegenstand denn als Konzentrationspunkt: Hülle und Inhalt, Form und Leere zugleich.
Franz Joseph van der Grinten (1933–2020) war Kunsthistoriker, Sammler und Künstler am Niederrhein — eine Persönlichkeit, die Wissenschaft, Lehre und eigene künstlerische Praxis untrennbar miteinander verband. Bekannt wurde er gemeinsam mit seinem Bruder Hans durch ihre wegweisende Beuys-Sammlung, die heute im Museum Schloss Moyland bewahrt wird. Als Druckgrafiker arbeitete er vorwiegend im Bereich des Hochdrucks und der Radierung — Techniken, die seinen Sinn für das Handwerklich-Präzise wie für das Bildlich-Verdichtete gleichermaßen zum Ausdruck brachten. Der vorliegende Zweifarbdruck entstand im selben Jahr, in dem van der Grinten mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet wurde — ein Beleg für die Reife und Stärke seines Spätwerks.
| Technik | Hochdruck von 2 Platten |
| Format | 30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 1 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 19, 1992 |