R. J. Kirsch
Der Titel formuliert eine Gewissheit, die beunruhigt: Das Ergebnis brennt immer. R. J. Kirschs Fotokopie von 1992 arbeitet mit den genuinen Qualitäten des Kopiergeräts als künstlerisches Medium — Kontraste kippen ins Extreme, Graustufen brechen weg, Flächen versengen optisch zu Schwarz. Das Brennen ist kein Fehler, sondern Absicht: Das Gerät wird zum bildgebenden Werkzeug, dessen technische Grenzen das Motiv erst konstituieren.
Kirsch, 1959 in Kirchen/Sieg geboren, studierte Malerei an den Kölner Werkschulen bei Franz Dank sowie bei Stefan Wewerka und Daniel Spoerri. Seit den frühen 1980er Jahren bewegt er sich im Spannungsfeld von Malerei und technisch vermittelten Bildmedien; die Frage, was Bilder unter den Bedingungen moderner Reproduktionstechnologie noch leisten können, zieht sich durch sein gesamtes Werk. Die Begegnung mit dem Fluxuskünstler Al Hansen Anfang der 1990er Jahre schärfte zudem sein Interesse an prozesshafter, aktionistischer Bildproduktion — ein Kontext, in den auch dieses frühe Editionsblatt fällt.
Die Fotokopie als künstlerische Technik hat in der Konzept- und Medienkunst der 1980er und frühen 1990er Jahre eine eigenständige Tradition; Kirsch nutzt sie hier nicht zur Reproduktion, sondern zur Transformation.
| Technik | Fotokopie |
| Format | 40 × 30 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 14 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 19, 1992 |