Horst Becker: Roma Herzog euer Budespräsidet
Eins von Hundert · Ausgabe 27 · 1994

Horst Becker

Roma Herzog euer Budespräsidet · aus Köln

Der Titel »Roma Herzog euer Budespräsidet« lässt den Kontext klar erkennen: 1994 wurde Roman Herzog zum Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt — der Werktitel zitiert diese Ereignis in bewusst verfremdeter, orthografisch verunreinigter Schreibweise und spielt damit auf die Sinti und Roma an, deren gesellschaftliche Marginalisierung das Werk thematisiert.

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Der Titel spricht direkt an, was das Blatt umkreist: 1994, im Jahr der Wahl Roman Herzogs zum Bundespräsidenten, richtet Horst Becker den Blick auf jene, die von der bundesdeutschen Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wurden — die Roma. Die absichtlich fehlerhafte Orthografie im Titel, »Budespräsidet« statt »Bundespräsident«, ist kein Versehen, sondern künstlerisches Programm: Sie bricht die Würde des Amtstitels auf, legt eine Leerstelle frei und stellt die Frage, wessen Präsident er eigentlich ist. Das Werk bewegt sich damit in der Tradition politisch engagierter Konzeptkunst, die Sprache selbst als kritisches Material begreift — ein Verfahren, das in der Kölner Szene der frühen 1990er Jahre weit verbreitet war, etwa im Umfeld von Mail-Art und konzeptuellen Druckprojekten. Über Horst Becker als Künstler lassen sich keine gesicherten biographischen Angaben belegen; das Blatt selbst, entstanden 1994 in Köln als Beitrag zur Ausgabe 27 der Edition »Eins von Hundert«, steht für einen Ansatz, der die Druckgrafik als Medium des öffentlichen Kommentars versteht — sachlich, direkt, ohne dekorative Ablenkung.

Format30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn
Exemplar68 von 100, signiert
AusgabeNr. 27, 1994
110 €
mit Rahmen · zzgl. Versand
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