Michael M.
Das Blatt entfaltet seine Wirkung in der Spannung zwischen maschineller Präzision und künstlerischem Konzept: Der Laserdruck, 1992 noch ein Medium an der Grenze zwischen Bürotechnik und Atelier, wird hier bewusst als druckgrafisches Instrument eingesetzt. Die glatte, gleichmäßig gesättigte Tonerstruktur erzeugt eine Bildsprache, die klassische Druckgrafik zitiert und zugleich unterläuft — das Serielle ist Bedingung, nicht Zufall.
Michel M., freischaffender Zeichner und Druckgrafiker aus Münster, bewegt sich in seinem Werk zwischen konzeptueller Handzeichnung und dem experimentellen Einsatz reproduktionstechnischer Verfahren. Ausstellungen führten ihn u. a. ins Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund sowie in zahlreiche Galerien und Kunstvereine im westfälischen Raum. Sein Interesse gilt dem Blatt als autonomem Träger — nicht als Abbild, sondern als eigener Gegenstand.
Der Laserdruck als Technik erlaubt in der Edition eine formale Schärfe, die den Werkcharakter des Originals nicht mindert, sondern definiert: Jedes der 100 nummerierten Exemplare ist technisch identisch erzeugt und dadurch in seiner Zugehörigkeit zur Auflage eindeutig — ein Prinzip, das die Frage nach Original und Wiederholung offen und produktiv hält.
| Technik | Laserdruck |
| Format | 40 × 30 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 46 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 19, 1992 |