Hartmut Graf
Kassel, 1992 — Hartmut Graf verbindet in diesem Werk zwei Verfahren, die in der zeitgenössischen Kunst seit den 1980er Jahren produktiv miteinander im Gespräch stehen: den analogen Fotoabzug als dokumentarisches Substrat und die Collage als Eingriff, der das fotografische Bild öffnet, verschiebt oder kommentiert. Das Ergebnis ist kein bloßes Dokument, sondern ein konstruiertes Bildarrangement, das die Wahrnehmung von Raum, Oberfläche und Zeit in Frage stellt.
Graf arbeitet in einem Kontext, der sich deutlich auf das Kassel der frühen 1990er Jahre bezieht — eine Stadt, in der die documenta-Tradition eine selbstverständliche Folie für experimentelle Bildpraxis bildet. Zu Hartmut Graf liegen keine gesicherten kunsthistorischen Quellen vor; die formalen Merkmale seiner Technik verweisen jedoch auf eine Praxis, die die Fotografie nicht als geschlossenes Bild, sondern als Material begreift — vergleichbar mit Positionen der deutschen Fotocollage jener Jahre, die zwischen konzeptueller Strenge und materialer Auseinandersetzung angesiedelt sind.
| Technik | Fotoabzug, Collage |
| Format | 40 × 30 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 15 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 19, 1992 |