Bruno Hahn: Ritualeisen
Eins von Hundert · Ausgabe 24 · 1993

Bruno Hahn

Ritualeisen · aus Köln

Ein Gegenstand aus dem ethnografischen Kontext — ein Ritualeisen mit phallischer Form — wird hier in eine präzise Bildsprache übersetzt, die die Grenzen zwischen Dokument und künstlerischer Aussage bewusst offenlässt. Die Ozalit-Lichtpause, ein Pausverfahren auf Diazopapier, das vor allem aus dem technischen Zeichenwesen stammt, verleiht dem Motiv jene kühle Sachlichkeit, die das Objekt zugleich distanziert und hervorhebt: Das Blau-Weiß der Kopie zitiert den Duktus technischer Dokumentation, kehrt ihn aber in einen deutlich anderen Zusammenhang um.

Bruno Hahn ist als Kölner Künstler in der Tradition konzeptuell aufgeladener, gesellschaftskritischer Bildpraxis zu verorten; biografisch geprägt durch das Studium der Angewandten und Freien Malerei an der Folkwangschule Essen mit Abschluss 1968 und einer langjährigen Lehrtätigkeit im Bereich Sozialpädagogik, die das Interesse an kulturellen und anthropologischen Fragestellungen strukturell mitbedingt. Die Wahl eines Reproduktionsverfahrens aus dem Bereich des technischen Zeichnens ist programmatisch: Das Alltagswerkzeug der Lichtpause wird zur künstlerischen Methode, die Fragen nach Original, Abbild und Bedeutungsverschiebung stellt.

Ausgabe 24 der Edition »Eins von Hundert«, erschienen 1993 in Köln, auf 100 Exemplare limitiert, im Format A4.

TechnikOzalit-Lichtpause
Format30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn
Exemplar77 von 100, signiert
AusgabeNr. 24, 1993
110 €
mit Rahmen · zzgl. Versand
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