Rolf Kirsch
Nachtfahrt — der Titel benennt einen Zustand, keine Handlung: das Unterwegssein in der Dunkelheit, Konturen, die erst im Vorübergleiten auftauchen und wieder verschwinden. Rolf Kirsch übersetzt diese Erfahrung in das Medium der Fotokopie — ein Verfahren, das selbst zu Verdichtung und Verlust neigt, das Grauwerte komprimiert, Schwarz aufreißt, Weißes auslöscht. Das Gerät reproduziert nicht, es interpretiert; und genau darin liegt der künstlerische Eigenwert dieser Arbeit von 1991.
Rolf Kirsch (geb. 1959 in Kirchen/Sieg) studierte an den Kölner Werkschulen bei Stefan Wewerka, Daniel Spoerri und Franz Dank, bei dem er seinen Abschluss in Malerei erhielt. Als Maler und Konzeptkünstler bewegt er sich seit den 1980er Jahren im Spannungsfeld von Malerei und technischer Bildproduktion — Fotografie, elektronische Bildverarbeitung und Reproduktionsmedien sind für ihn keine bloßen Werkzeuge, sondern Befragungsgegenstände. Die Fotokopie fügt sich in diese Auseinandersetzung schlüssig ein: Sie ist das demokratischste, beiläufigste Druckverfahren der Nachkriegsmoderne — und in »Nachtfahrt« wird sie zum Bildgenerator für das Unsichtbare, das nur im Durchfahren sichtbar wird.
| Technik | Fotokopie |
| Format | 40 × 30 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 44 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 13, 1991 |