Alex Trespi: O.T.
Eins von Hundert · Ausgabe 13 · 1991

Alex Trespi

O.T. · aus Köln

Das kleinformatige Blatt ohne Titel hält einen Moment fest, in dem zwei künstlerische Verfahren einander befragen: Collage und Gouache. Aufgeklebte Papierfragmente und die dichte, lichtschluckende Deckfarbe schichten sich zu einem Bildraum, der weder eindeutig figürlich noch rein abstrakt ist — Flächen und Kanten halten sich in einer labilen Balance. Der fehlende Titel lässt den Blick frei; das Werk benennt nichts, es zeigt.

Alex Trespi, der in Nîmes und Düsseldorf Malerei studiert hatte und in seinen frühen Jahren zwischen Köln und München lebte, gehörte in den frühen 1990er-Jahren einer Generation an, die die erweiterten Möglichkeiten des Bildes — von der Leinwand zu Objekt, Raum und Material — aktiv erkundete. Das Werk von 1991 entstand in einer Phase, als er seine malerische Ausbildung mit dem assemblagenhaften Denken der Collage verband. Gouache erlaubt dabei präzise Setzungen und unerwartete Überlagerungen; kombiniert mit der Unberechenbarkeit gefundener oder geschnittener Papierstücke entsteht eine Spannung zwischen Kontrolle und Zufall, die für Trespis späteres materialbasiertes Arbeiten vorgreifend ist.

TechnikCollage, Gouache
Format30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn
Exemplar86 von 100, signiert
AusgabeNr. 13, 1991
110 €
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