Bruno Hahn
Der Titel klingt wie eine Provokation — und ist es wohl auch. »Der Tumor als geistige Größe« stellt zwei Felder gegeneinander, die sich normalerweise ausschließen: das Pathologische, Körperliche, Bedrohliche auf der einen Seite und das Intellektuelle, Transzendente auf der anderen. Entstanden 1991, fällt das Werk in eine Phase, in der Aids-Krise, Körperpolitik und die philosophische Auseinandersetzung mit Krankheit als gesellschaftlichem Symptom im Kunstdiskurs präsent waren — Susan Sontag hatte ihre einflussreichen Essays zu Krankheit als Metapher kurz zuvor erneut aufgelegt, und die Frage, was Leid über eine Gesellschaft aussagt, war allgegenwärtig.
Über Bruno Hahn lassen sich aus den verfügbaren Quellen keine gesicherten biografischen Details belegen; eine Zuordnung zu einer bestimmten Stilrichtung wäre Spekulation. Das Werk liegt als limitierter Druck in einer Auflage von 100 Exemplaren vor — ein Format, das seit den frühen Editionen der Konzept- und Fluxus-Bewegung als Schnittstelle zwischen Originalwerk und Zirkulation fungiert und den Druckträger selbst zum Teil der künstlerischen Aussage macht.
| Format | 30 × 40 cm (A4), gerahmt in Ahorn |
| Exemplar | 10 von 100, signiert |
| Ausgabe | Nr. 13, 1991 |